Ahmstorf Pirates


2005 – Schalke auswärts

Von Martin Janze

Da nimmt man sich nun extra frei um den Termin der Wölfe auf Schalke nicht zu verpassen und am Ende kann oder will niemand mit fahren. Zu allem Überfluss war dann auch noch der Entlastungszug ausgebucht, so dass ich doch per Wochenendticket fahren musste. Dies hatte allerdings den Vorteil, dass ich mir keine Gedanken über den Transfer nach Wolfsburg und zurück machen musste. Leider war so der Fahrpreis 20 Euro teurer, da sich auch meine Hoffnung, dass noch jemand von Helmstedt nach Schalke fährt nicht bewahrheitete. Einzig eine Gruppe Dortmund-Anhänger, die aus Berlin und Magdeburg kamen, war zum Fußball im Zug unterwegs. Auch in Braunschweig waren nur ein paar Gladbachfans aber keine VfLer zu sehen. Einzig in Vechelde stiegen fünf „Salzwölfe“ aus Salzgitter zu. Nachdem ich mich zu ihnen gesellt hatte, verging die Zeit bis zum nächsten Umsteigen in Bielefeld bei ein paar Bierchen recht schnell. Unter anderem wurde entschieden schon von Bochum aus mit der Straßenbahn zur Arena zu fahren, da wir dann zum einen etwas früher da sein würden und zum anderen die Bahn nicht so voll sein sollte, was sich später auch bewahrheitete. Außerdem hatten wir auch bald ein charmantes Anhängsel in Form einer jungen Russin, die kein Wort Deutsch oder Englisch sprach und vollkommen mit den Zugverbindungen überfordert, und zu ihrer neuen Arbeitsstelle in Mönchengladbach unterwegs war. Der Westfalenexpress mit dem wir ab Bielefeld unterwegs waren füllte sich dann auch immer mehr mit Dortmundern und bei einigen interessanten Gesprächen (alle wünschten uns natürlich drei Punkte gegen den S04…) waren wir schnell in Bochum, von wo es dann mit der S-Bahn weiter ging. Die Fahrt ging über Wattenscheid nach Gelsenkirchen und dauerte ungefähr 45 Minuten, was mir ziemlich lang vorkam da meine Biervorräte erschöpft waren. Selbstredend dauerte es nicht lange bis die ganze Bahn mit Schalkern überfüllt war. Schön war allerdings, dass auch mit ihnen alsbald eine freundschaftliche Unterhaltung zustande kam. Nachdem wir durch den stürmischen Regen an der Arena ankamen besorgte ich mir zunächst gezwungener Maßen eine Knappenkarte, stärkte mich mit Schnitzel, Bratwurst und Veltins und erfuhr dann von der Verspätung des Fanzuges dessen Besatzung erst kurz vor Anpfiff auf den Rängen war. Dort traf ich auch unser Ex-Mitglied Alex, der nun in Bottrop lebt aber mit unserem Pirates-Schal ausstaffiert war – Respekt.

Nach der erschreckenden ersten Hälfte kämpfte ich mich aus dem Gästeblock, der ausverkauft und dementsprechend sehr voll war. Am Bierstand traf ich Prominenz in Form von Kevin Hoflands Eltern und unseren alten Freund Tom Jones. Letztere spendierte mir noch ein weiteres Veltins ehe ich mit dem Abpfiff zu den Bussen eilte um schnell am Hauptbahnhof zu sein um den ersten Zug um kurz nach sechs zu erreichen. Da die Busse aber viel zu spät losfuhren war schnell klar, dass ich den nächsten Zug um 19.00 Uhr nehmen musste. Am Bahnhof waren unzählige Einsatzkräfte der Polizei die unter anderem auch die Toiletten abgesperrt hatten. Auf meine Frage an einen Beamten wo ich meine Blase erleichtern könnte, empfahl mir dieser ganz unkonventionell einen Busch… Nachdem ich seinen Rat in die Tat umgesetzt hatte besuchte ich noch eine Kneipe und musste mich nach den zwei drei Pilsken dort sputen um Proviant zu kaufen und in den Zug zu gelangen. Hier traf ich dann auch wieder die Salwölfe die mir versprachen Fotos von der Fahrt zu schicken. Die Rückfahrt mit den Scharen feiernder Schalke-Fans verlief unspektakulär nur der Aufenthalt am trostlosen Mindener Bahnhof war etwas nervend. In Braunschweig füllte ich noch meinen Magen bei Burger King und kam etwas erschöpft um kurz vor eins (erstaunlicherweise mit einer Handvoll Wolfsburg-Fans) in Helmstedt an. Nachdem ich bei ein paar letzten Bierchen als Schlaftrunk das Spiel beim bekennenden „Schalker“ Domizil-Wirt Jürgen ein letztes Mal diskutiert hatte, war wieder mal eine Auswärtsfahrt vorbei für die galt: „Außer Spesen nix gewesen“.