Ahmstorf Pirates


2005 – Hertha auswärts

Von Martin Janze

Da nimmt man sich nun extra frei um den Termin der Wölfe in Berlin nicht zu verpassen und am Ende kann oder will niemand mit fahren. Aber was solls – der Einfachheit halber entschied ich mich per Wochenendticket zu fahren, wobei sich leider wieder mal meine Hoffnung, dass noch der ein oder andere Fan die selbe Absicht hat, nicht erfüllte.

Auch beim Umsteigen in Magdeburg waren keine Fußball Fans zu sehen, lediglich eine stattliche Menge von Teen-Punks/Tote Hosen Anhänger die vom Konzert aus Düsseldorf kommend in Richtung Berlin fuhren lockerten das alltägliche Bild im Zug auf.

Da bei meiner Ankunft am Zoologischen Garten noch genügend Zeit bis zum Spiel verblieb, suchte ich erst einmal eine gemütliche Kneipe, da auch mein bescheidener Vorrat von 4 Dosen Beck´s erschöpft war. Bald hatte ich eine Hertha Fankneipe gefunden. Jedoch schien sie zunächst noch eher mit Formel 1 Interessierten gefüllt zu sein die die entsprechende Premiere Übertragung verfolgten. So auch der Typ der neben mir am Tresen saß und wie sich rausstellte Spanier war und Alonso anfeuerte. Gegenüberliegend war eine Gruppe die eher Kimi Raikönen favorisierte. Bei einem kurzem Gespräch auf dem Klo stellte sich einer dieser Gruppe als Finne vor und kündigte bei einem Kimi-Sieg eine Lokalrunde an.

Während mittlerweile 2.Bundesliga Konferenz lief, kam es tatsächlich zu einer Lokalrunde.

Jedoch musste ich, nachdem ich mein drittes Pils geschafft hatte, dringend zu U-Bahn um rechtzeitig zum Stadion zu kommen. Als ich noch ein Erinnerungsfoto schießen wollte, musste ich leider feststellen, dass die Akkus leer waren und mir höchsten das Handy für eine Aufnahme im Olympistadion bleiben würde.

Als alleiniger Wolfsburger in der mit Hertha Fans vollgestopften Bahn gab es keine Probleme, die wenigen Gesänge in meine Richtung waren locker zu ertragen. Als ich das Kassenhäuschen für den Gästebereich gefunden hatte, konnte ich meine Karte von einem Wolfsburger abkaufen, der noch einig übrig hatte.

Im Gästeblock traf man dann unter den etwa 300 Wolfsburgern die bekannten Gesichter (Heike war natürlich auch vor Ort) und mit Tomas Schneider vereinbarte ich dann die Rückfahrt im Schlemmerbrüderbus zum halben Fahrpreis, wodurch ich mir die Hetze zur U-Bahn und zum Zug sparte, denn nach Abpfiff wäre es verdammt knapp geworden den Zug zu erreichen. Die Spannung im Spiel ob der VfL zu mindestens das 0-0 halten könne trieb mich dann noch das ein oder andere mal zum Bierverkauf. Mit dem frustrierenden 0-3 bestieg ich dann reichlich angeschlagen den Bus wo ich noch das ein oder andere Feldschlösschen mit Tom Jones trank. Leider bemerkte ich erst nach dem Verlassen des Busses, dass ich nicht wie erwartet an der Raststätte am Böttschenberg raus gelassen wurde, sondern ich mich offensichtlich am Waldkater befand. Nun folgte also eine mindestens zweistündige Wanderung durch den dunklen Lappwald (erstaunlicher Weise lief mir der böse Wolf nicht über den Weg), die ich mit unsteten Schritt auf Irrwegen vollzog , bis ich schließlich erschöpft und leicht lädiert zu hause ankam und in einen tiefen Schlaf fiel…