Von Martin Janze
Nachdem uns das Glück hold war und wir 4 Plätze im „Pablo Thiam –Sonderzug“ zugelost bekamen, waren wir natürlich sehr zufrieden, denn die Gelegenheit kostenlos zum FCK zu fahren ist eine tolle und wahrscheinlich einmalige Sache.
Als allerdings um kurz vor vier der Wecker klingelte, sah die Angelegenheit zunächst leicht verändert aus. Aber was soll’s, Kaffee zum munter werden, Reiseproviant verstaut und ab nach Ahmstorf zu Sparschwein. Von dort fuhr uns Sina netterweise nach Wolfsburg, wo wir um 5.30 Uhr ankamen, nachdem wir Dennis in Querenhorst und Knut aus Papenrode aufgenommen hatten.
Als wir unsere teilweise zentnerschweren Rucksäcke im Zug verstaut hatten (Zusatz von Sparschwein: Martins wog Tonnen und keine Zentner) ging die Reise pünktlich um 6.00 Uhr los. Vorsätze uns langsam an unser Bier heran zu wagen, wurden schnell zerstreut, als Knut nachdringlich auf Erhöhung der Schlagzahl drängte.
Die Fahrt an sich schien zunächst einen angenehmen Verlauf zu nehmen, dann allerdings gesellte sich ein 17 jähriger Vollmann zu uns und begann uns vollzutexten. Im ersten Moment erschien uns dies recht erheiternd, doch dann wurde das Gepöbele des Kerls, der sich als spanischstämmig ausgab, immer aufdringlicher. Seine Ausführungen zur Benachteiligung der Spanier bei der WM 2002 und der daraus resultierenden Finalteilnahme der Deutschen waren nun nur noch provozierender Art. Selbst als er Dennis ins Gesicht langte, blieb er, der sonst auch nicht unbedingt als Pazifist bekannt ist, ruhig. Als wir ihn nachdringlich aufforderten zu verschwinden kam der Höhepunkt: Sparschwein bekam eine Ladung Bier ins Gesicht. Darauf folgte dann doch ein kleines Handgemenge, doch als Lothar Schukowski eingriff, entspannte sich die Situation glücklicherweise. Danach trafen wir noch unsere Mitglieder Olli, Ina und Heike, die unabhängig von uns mitfuhren.
Bei der planmäßigen Ankunft in Kaiserslautern gab es die üblichen, eindrucksvollen Fangesänge im Bahnhof. Als sich die Masse der 850 VfL-Fans verstreut hatte, suchten wir gleich eine gemütliche Kneipe auf, da es noch mehr als 2 Stunden Zeit bis zum Anpfiff war und es im Übrigen in Strömen regnete. Nach dem ein oder anderen Bier stärkten wir uns noch an einer Dönerbude und fuhren mit dem Bus zum Stadion. Als wir dort den Bierstand verließen, war der Gästeblock schon mehr als voll. So fanden wir nur einen Platz am Rand, wo uns der Regen ins Gesicht peitschte.
Wie sich herausstellen sollte, lag Dennis, der schon etwas vom Bier gezeichnet war, nicht ganz daneben, als er permanent „Biliskov raus“ rief. (Sparschwein fügt hinzu: Permanent ist noch untertrieben – außerdem hatte seine Stimme ca. 122 dB so dass sich der ganze Block über ihn freute oder den Kopf schüttelte)
Na ja, nach dem Spiel gelangten wir relativ zügig per Bus zum Bahnhof und wir bargen unsere Rücksäcke aus dem ausgewiesenen „Lagerabteil“ des Zuges. (Sparschwein fügt hinzu: Martin, wir gingen zu Fuß !!!)
Mit Ausnahme von Dennis machten sich alle wieder über ihre Getränke her. Die Quittung für sein Schwächeln bekam er in Form seiner Umdekorierung zum „Schnabelmann“ (Siehe Fotos).
Gegen 22:00 Uhr setzte sich allerdings bei allen von uns die Müdigkeit durch und es wurde geschlafen oder gedöst.
Noch vor der erwarteten Zeit liefen wir wieder in Wolfsburg ein und wir wurden von Dörthe abgeholt. Nach 23 Stunden auf den Beinen vielen wir voll und fast zufrieden ins Bett.