DFB- Hallenmasters- Qualifikationsturnier Vorrunde am 10.01.2001
Hannover, Preussag- Arena
Von Lars Schiffers
Gleich nach der Arbeit brach ich nach Hannover auf, um das diesjährige Abschneiden unserer grün-weissen Truppe beim Hallenturnier zu beobachten. Die einzelnen Gruppen waren vom Namen her gut besetzt, so dass einem schönen Fußballabend nichts mehr im Wege stehen sollte. Als kleines Schmankerl war noch das Duell unserer unterklassigen Nachbarstädte 96-BTSV angesetzt. Für die Mehrzahl der angereisten Zuschauer schien das jedoch die Hauptsache ihres Kommens zu sein. Aber außer ein paar Pöbeleien und ein bisschen Rumgeschubse sollte sich in krawalltechnischer Hinsicht nichts ereignen. Von den ursprünglich 4 Mitfahrern sagten im 10-Minuten-Takt alle ab, so dass ich nun allein vor der Preussag-Arena stand. LediglichSparschwein und Sina sollten noch aus Hildesheim dazustossen. Vor der Halle mussten wir uns Schwarzmarkttickets besorgen, welche mit lächerlichen 150,– DM (für 3 Stück) zu Buche schlugen. In freudiger Erwartung begaben wir uns in die Halle und stellten fest, dass man uns unverschämterweise Karten für die Ehrentribüne angedreht hatte, von wo aus man unverschämt gut schauen konnte. Einige Reihen weiter saßen diverse Spieler (u.a. von Schalke) oder Funktionäre (Assauer von S04, Hackmann vom HSV), was darauf schließen liess, einen guten Kauf getätigt zu haben. Im Foyer gewann ich beim DSF-Torwandschießen ein T-Shirt und war zeitweise sogar Drittbester des gesamten Turniers, was mir noch einen Preis eingebracht hätte. Sparschwein wollte es mir daraufhin gleichtun, doch leider versagten ihm die Nerven. Das erste Spiel des VfL gegen Bielefeld war auch äußerst mäßig und nur mit Dusel gewannen wir nach verschlafener erster Halbzeit mit 3:1. Es folgte das Duell 2.Liga (96) gegen Kreis… , pardon, Regionalliga (Eintracht), wo die Emotionen etwas höher kochten. Es wurden fleißig Freundlichkeiten (u.a. mit Transparenten) ausgetauscht, so dass mal richtig Stimmung aufkam. Hannover konnte das Duell auf dem (Kunst-)Rasen mit 4:1 für sich entscheiden, während es von der Stimmung eher anders herum war. Aber dies soll nicht unsere Sorge sein. Die nächsten Spiele waren selten mal hui (Werder, Schalke) und oftmals pfui (fast alle anderen Teams). Unser VfL hätte im letzten Spiel gegen St. Pauli sich sogar eine Niederlage mit 2 Toren Unterschied leisten können, um weiter zu kommen. Bis 3 Minuten vor Schluß stand es 3:3, aber dann schaffte es unser Team sich in 1 1/2 Minuten drei (!!!!) Gegentore zu fangen und absolut verdient auszuscheiden. Der Coach hatte zu diesem Zeitpunkt Spieler auf dem Feld, die normalerweise auf der Tribüne sitzen und heute zeigte sich mal wieder, warum. Es war teilweise Arbeitsverweigerung allererster Kajüte. Eckstösse wurden ohne Bedrängnis zum eigenen Torwart zurückgespielt (nicht wahr, Herr Rische)und auch ansonsten ging es zu wie beim Mikado –wer sich zuviel bewegt, verliert. Allein für das eine Gegentor hätte ich den Maltritz am liebsten über die Bande gezogen. Auch unser Amateurtorwart sah bei den Gegentoren alles andere als gut aus. Naja, beim Keeper kann man das mit dem Mangel an Erfahrung entschuldigen, aber bei einem, der sich beim HSV Chancen in der ersten Elf ausrechnet…
Aber ich rege mich schon wieder zu viel auf. Einundzwanzig, zweiundzwanzig,… aaaah jetzt geht’s wieder…
Lobend zu erwähnen waren hingegen einige jüngere Spieler, die sich für weiteres empfahlen (z.B. Busch). Schwer enttäuscht aber gleichzeitig erleichtert, mir das am nächsten Tag nicht noch mal geben zu müssen verließ ich die schmucke Halle, so dass ich gegen Mitternacht wieder zu Hause war.