Von Martin Janze
Im Vorfeld der Euro 2000 wurde viel über das knappe Ticket-Kontingen für deutsche Fans berichtet.
Umso erfreulicher schien es für Sparschwein und mich bei der “DFB-Verlosung” Eintrittskarten für das Spiel gegen Portugal erhalten zu haben. Der Preis von weit über 100 DM für Plätze der mittleren Kategorie war zwar recht hoch, aber was wir wollten uns nicht beschweren.
Also machten wir uns am 20. Juni mit dem Auto auf den Weg nach Rotterdam.
Da dieser Tag der heißeste des Jahres war, erwies sich die Klimaanlage als wahrer Segen. Die Fahrt über die Autobahn verlief ohne Probleme und auch die Kontrolle an der Grenze, wo alle Fußball-Fans heraus gewunken wurden, war schnell hinter sich gebracht. (Seit ihr Hooligans, irgendwelche Waffen, Baseballschläger ?)
Probleme gab es dann wenig später an der ersten niederländischen Tankstelle.
Die Annahme, man könne auch hier problemlos mit der EC-Karte bezahlen, erwies sich als falsch.
Also bezahlte ich meine Tankfüllung mit DM zum Kurs von 1:1. Damit kostete der Liter Super Ca. 2,60 DM.
Selbstverständlich fuhren wir auf holländischem Gebiet streng nach Vorschrift, erreichten dennoch am frühen Nachmittag ohne Probleme das De Kuip Stadion.
Schlecht war die Organisation der Parkplatzeinweiser, die ausnahmslos kein Deutsch sprachen, orientierungslos waren und uns nicht, aus welchen Gründen auch immer, nicht auf die offiziellen Parkplätze fahren ließen.
Wir parkten dann mehrer hundert Meter entfernt vor einem Baumarkt.
Schwitzend wie die Schweine besuchten wir die McDonald´s-Filiale und wanderten dann noch etwas durch die Botanik.
Rechtzeitig vor dem öffnen der Tore fanden wir uns vor dem Stadion ein, um auch einen guten Platz für unsere Fahne zu ergattern.
Diesen Gedanken hatten natürlich auch andere, aber trotz der Sicherheitskräfte, die die Aufschrift unserer Riesefahne argwöhnisch kontrollierten (anstößiger Inhalt?), waren Sparschwein und ich erfolgreich.
Schadenfroh beobachteten wir, wie unzählige weiter Fahnenbesitzer kein Platz zum aufhängen mehr fanden.
Über den Spielverlauf noch Worte zu verlieren erscheint mir wenig sinnvoll, nur so viel:
Bis zur Halbzeit war ein Großteil der Deutschen noch optimistisch und die Stimmung auf den Rängen entsprechen gut.
Danach schien es, als wollen sich die meisten nicht die gute Laune verderben lassen und feuerten die
Portugiesen an.
Natürlich waren nicht nur wir nach Spielschluss über die blamable Leistung der “Rumpelfüßler” enttäuscht, aber aufgrund der Strapazen dieses heißen Tages, ein Thermometer in Stadionnähe zeigte 39 c°, hielt sich unsere Wut in Grenzen.
Auf der Rückfahrt verloren wir dann auch noch etwas die Orientierung, irrten in Holland und später im Emsland auf Umwegen umher, kamen aber Wohlbehalten im Morgengrauen in Ahmstorf an.