Ahmstorf Pirates


1998 – Schalke auswärts

Von Jan Rickes

Am 14. Februar fuhren die Ahmstorf Pirates Torsten Röhrs, Christoph Wunsch, Jan Rickes,
Sebastian Grade, Knut Bozek, Martin Kahlert, Torben Stieghahn, Lars Schiffers, Lennard Hannsmann
und Roland Kuhlemann zusammen mit einigen anderen befreundeten Fans mit der Eisenbahn nach
Gelsenkirchen. Unser 1. Vorsitzender Martin Janze zog es vor, allein mit seinem Privat-PKW zu
reisen, da er am Abend noch anderweitige Verpflichtungen hatte (ja, ja, die Frauen…), was auch der
Grund dafür ist, daß diesmal nicht er den Bericht schreibt.
Abfahrt des Zuges war um 8.45 Uhr am Wolfsburger HBF, wo wir uns ca. eine halbe Stund vorher
trafen, um das erste gemütliche Frühstücksbier zu genießen. Danach wurde der Zug betreten und
einige Teilnehmer der Fahrt kamen erst in letzter Minute aber glücklicherweis doch noch nicht zu
spät an. Es konnte also losgehen und die hohe Teilnehmerzahl sprach für eine lustige Fahrt, die uns
ersteinmal Richtung Bielefeld führte.
Trotz der üblichen Probleme mit dem Fahrplanlesen und einigen Umsteigirritationen, war die Hinfahrt
recht problemlos. Es wurden große Mengen Bier geleert, laute Fangesänge angestimmt, das Wetter
war uns auch wohlgesonnen und selbst in der 1. Klasse ließ der wahrscheinlich zu Tode
geängstigte Schaffner uns gewähren. Erst gegen 14.00 Uhr in Gelsenkirchen kam es zu einem
unagenehmen Mißverständnis, der Pirat Lennard vergaß beim Verlassen des Zuges seinen
biergefüllten Rucksack, weshalb er sich natürlich sofort in den Wagon zurückbegab,
ärgerlicherweise wurden daraufhin die Türen geschlossen und der Zug fuhr weiter. Lennard konnte
nur noch einen traurigen Blick auf uns und seinen Rucksack werfen, der den Zug längst verlassen
hatte, und verließ dann den Bahnhof Richtung Mühlheim…
Voll im Vertrauen auf Lennards Fähigkeiten, den Weg zurück noch rechtzeitig bis zum Spiel zu
schaffen, verließen die anderen den Bahnhof mit der Straßenbahn Richtung Parkstadion.
Dort angekommen kam es zu einem echten Problem, am Bahnhof waren alle Schließfächer besetzt
gewesen, also keine Möglichkeit, die Bierreserven zwischenzulagern. Irgendwann kam das Gerücht
auf, am Stadion gäb es eine Möglichkeit, die Rucksäcke zu verstauen, weshalb wir alle unsere
Vorräte mitnahmen. Am Stadiongelände angelangt bemerkten wir etwas verärgert, daß es die
erwähnten Möglichkeiten natürlich nicht gab. Was also tun? Einigen kam plötzlich die Idee, einen
Abstecher in den angrenzenden Wald zu machen und dort die Rucksäcke zu vergraben, gesagt
getan, die Stelle noch kurz getarnt und ab ins Stadion. Einige, denen das Verbuddeln zu unsicher
war, versuchten hier einfach, ihre Taschen mit ins Stadion zu bekommen, und auch das war möglich,
drinnen mußten sie aber natürlich auf einem Haufen abgelegt werden.
So waren dann alle im Stadion und erfreut über den geringen Eintrittspreis von 7,- DM. Auch die
Preise für Bratwurst und Pizza, beides sehr schmackhaft und nicht klein, waren angemessen. Hier
trafen wir dann auch Martin Janze wieder, und kurz vor Anpfiff auch Lennard. Er war bis Mühlheim
weitergefahren, wo er tatsächlich Fisch, den Sänger der hier ansässigen und von vielen von uns
hochverehrten Band Die Lokalmatadore traf, welch ein glücklicher Zufall! Zusammen fuhren sie dann
zum Parkstadion, um sich ein, wie wir alle wissen, klasse Spiel anzusehen.
Nach Abpfiff gings dann zurück zum Bahnhof, erfreulicherweise waren alle Rucksäcke und Taschen
gesamt Inhalt noch vorhanden, es konnte also zufrieden weitergehen. Die Wartezeit an S-Bahnstation
und Bahnhof vertrieben wir uns zusammen mit den Schalker-Fans, die wirklich unglaublich drauf
waren, mit vereinten Fangesängen, selbst von fortdauernden Fanfreundschaften war die Rede.
Dann ging es in den Zug und Richtung Heimat. Während der Fahrt wurde natürlich kräftig
weitergetrunken, Torsten und Britta tranken unter anderm noch zusätzlich eine Flasche Bacardi aus.
In Osnabrück bekam Christoph einige Probleme mit der Polizei, die BGS-Beamten beschuldigten ihn,
eine Rücklehne am Bahnhof aus dem Fenster geworfen zu haben und wollten ihn gleich dabehalten.
Glücklicherweise konnte Christoph nach langem Beteuern seiner Unschuld erreichen, daß sie es bei
der Aufnahme der Personalien beließen und er mit uns weiterfahren durfte.
Schließlich kamen wir gegen 0.30 Uhr wieder in Wolfsburg an, wo wir uns dann trennten. Torsten,
Christoph, Sebastian und ich aßen noch einen kleinen Döner und fuhren dann mit dem Taxi nach Kl.
Sisbeck zum Fasching. Hier blieben wir aber nicht lange sondern fuhren kurz darauf mit Lars
Schiffers nach Hause, wo wir wohlbehalten und mit dem angenehmen Gefühl in Schalke einen Punkt
geholt zu haben in unsere Betten sanken.